Mein Post bezieht sich auf die Frage der Woche (KW 45-2017) auf evangelisch.de.

Mich hat die Frage nach der Übersetzung der 3 „Mantras“ des Silicon Valley Punkte move fast, fail often und look at the user in die Sprache bzw. Welt der Kirche angesprochen. Aber heute schreibe ich zunächst über den kulturellen Aspekt, um die o.g. Maximen in den richtigen Kontext zu bringen. Sonst könnte man auch sagen, oft Scheitern, daran sind die Kirchen ja schon vorne mit dabei.

Seit einem Jahrzehnt arbeite ich mit großer Freude auf der „dunklen Seite der Macht“, davon 3,8 Jahre bei Google. Welche Inspirationen aus Kalifornien hierzulande Sinn machen und wie Anwendungsbeispiele aussehen – und das ist weit mehr als ein bisschen Facebook – sollten wir als #DigitaleKirche gemeinsam erarbeiten. Dazu gehört auch die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung und Haltung.

Culture eats strategy for breakfast

 

Die Kirche hat in meinen Augen vor allem ein Kulturproblem. Sie braucht nicht nur neue Strategien oder Methoden, sondern eine neues Mindset. Ich bin wenig in Landeskirchlichen Kreisen unterwegs, aber was ich im Kontext von #DigitaleKirche so lese ist, dass der typische Kirchenfunktionär eher von ängstlicher Natur, mit wenig agilen Strukturen konfrontiert ist und zuweilen wenig selbstkritisch zu Werke geht. Mitunter wird viel philosophiert und wenig umgesetzt, ist da was dran?

Jedenfalls bin ich der Meinung, dass die Kirche jüngere Leiterinnen und Leiter benötigt, die einen Kulturwandel einleiten. Es darf auch gerne mehr Unterschiedlichkeit einkehren, um die Kreativität und Innovationskraft anzukurbeln. Mit der bestehenden Haltung werden auch weitere Besuche im Silicon Valley verpuffen. Und wenn hierzulande Kirchenpromis wie Margot Kässmann raushauen, dass sie Facebook ausprobiert, für nicht gut befunden und wieder beendet hat, dann zeigt sich an dieser Stelle eine große Ich-Bezogenheit. Denn 2,1 Milliarden Menschen, also jeder Vierte Erdenbürger sieht das anders. Diese unfassbare Anzahl loggt sich jeden Monat ein, 1,37 Milliarden täglich. Liebe Frau Kässmann, ich persönlich kann Facebook auch wenig abgewinnen, aber die haben immerhin 16% mehr Nutzer vs. Vorquartal dazu gewonnen, das sind ca. 300.000 Millionen in nur 3 Monaten. Vielleicht können einige von uns von der Dynamik etwas lernen und daran partizipieren?

Am Ende wird jede Form von Kirche ohne einen Kulturwandel scheitern, die #DigitaleKirche wie die analoge. Daher braucht die Kirche Menschen – nicht nur solche, aber auch – die neugierig und mutig sind und die Bereitschaft mitbringen, ständig zu lernen, Stichwort #lifelonglearning. Und Leiter, die einen großen Glauben haben, eine Vision im Sinne von THINK BIG. 10X Thinking und Moonshot Projects sind die entsprechenden Google Attribute. Die Börse spricht in dem Zusammenhang von den Big Bets (Autonomes Fahren, Smart Home Technologie, Künstliche Inteligenz usw.).

Zur Erklärung ein kurzes Beispiel: Der 10X Ansatz würde z.B. bedeuten, dass die Zahl der Kirchenbesucher im Zeitraum N von aktuell 3,6% auf 36% in der Evangelischen Kirche steigt.

Weiteres Gedankenfutter zum Thema:

  • Der Diakoniepräsident bloggt über seinen Besuch im Silicon Valley. Falls der Besuch von Kirchensteuergeldern finanziert wurde – gut investiert!
  • Es gibt einen lesenswerten Artikel zum Thema #DigitalKirche & Kultur in einer aktuellen Ausgabe des christlichen Medienmagazin Pro (Sie twittern nicht, sie ernten nicht).

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