Eine YouTube Strategie formulieren (Ebook Teil 2)

Das Ganze vom Ende her betrachten

Was wollen Sie mit dem Projekt YouTube im Kern erreichen? Was soll in sechs oder zwölf Monaten anders bzw. besser sein als heute? Welche Antworten geben YouTube-Videos?

Diese Fragen helfen Ihnen, Ihre Bewegtbild-Strategie in bestehende Maßnahmen zu integrieren und Content zu produzieren, der Sinn macht und etwas bewegt. Dabei fangen Sie nicht bei Null an, denn es gibt bereits Inhalte und Kanäle, über die Informationen distribuiert werden (z.B. ein Gemeindebrief, Lokalzeitung, eine Website oder eine Facebook-Seite). Den bestehenden Content in Bewegtbild zu übersetzen ist keine leichte Aufgabe, denn nicht alles ist für YouTube auch geeignet.

Sehr hilfreich kann es sein, das strategische Anliegen in einem Satz zu formulieren. Das schafft Klarheit für alle Beteiligten, worum es gehen sollen. Idealerweise sollte die Formulierung ambitioniert sein, aber nicht unrealistisch. Dadurch erreichen Sie Motivation und Identifikation bei den Beteiligten.

Die Zielformulierung könnte z.B. so aussehen: “Unser YouTube-Kanal soll unsere Kirche erfahrbarer und persönlicher machen für Mitglieder und Interessierte. In 14-tägigen Rhythmus stellen wir aktuelle Themen der Gemeinde sowie Personen und Aktionen aus dem Gemeindealltag vor.”

Dieses einfache Beispiel enthält das Ziel, die Zielgruppe(n), die Frequenz und eine grobe Ausrichtung der Inhalte. Alles Dinge, die im Vorfeld eines Auftritts angesprochen werden sollten. Natürlich ist nichts in Stein gemeißelt, sobald Sie diese Dinge einmal festgelegt haben. Denn Sie werden im Laufe der Zeit die Erfahrung machen, welche Beiträge gut ankommen und welche nicht.

Aufmerksamkeit schaffen

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Nutzer besuchen YouTube, um sich zu unterhalten, zu informieren oder inspirieren zu lassen. Nicht jede Disziplin ist auch für kirchliche Präsenzen geeignet. Schauen wir uns die drei Nutzung Anlässe im Detail an:

  1. Inspirieren

Im Kern geht es um die Kreation von spannenden Geschichten rund um die Marke, Produkte oder Dienstleistungen der Firma. Kurz gesagt sprechen wir von Storytelling.

  1. Bilden

Nützliche Informationen bieten der Zielgruppe einen echten Mehrwert.

  1. Unterhalten

Der Content soll die Zielgruppe amüsieren und vielleicht mit möglichst spektakulären Sequenzen auch überraschen. Ein hohes Engagement soll erzeugt werden.

Für Kirchens sind die ersten beiden Punkte am relevantesten. Storytelling bzw. Geschichten erzählen ist eine der Kernkompetenzen von Mitarbeitern einer Kirchengemeinde, richtig? Der zweite Punkt beantwortet Fragen, die oft ungefragt im Raum stehen wie z.B. “Warum taufen wir? oder “Was ist der Sinn der Konfirmation?”.

Einen Plan machen

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Es steht außer Frage, dass ein Zeit- oder Redaktionsplan enorm hilfreich ist. Alle erfolgreichen YouTuber nutzen dieses Tool. Der Inhalteplan wird um drei Säulen herum organisiert: Hero, Hub und Hilfe (1).

Hero-Inhalte: In der Autoindustrie wäre das die Markteinführung eines neuen Modells. Im christlichen Kontext sind das die großen Feiertage wie Weihnachten und Ostern. Dazu können weitere Termine kommen wie Gemeindefeste, Konfirmationen oder Konzerte.

Hub-Inhalte: Sind die regelmäßig geplanten Inhalte, die die Interessen der Zuschauer bedient und neue Perspektiven zu vermittelt. Bei einer bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft wäre eine Serie von Interviews mit Nationalspielern im Vorfeld des Events ein Beispiel für eine spannendes Fan-Format.

Hub-Inhalte erscheinen als bei Unternehmen als Staffel das Jahr hindurch. Im kirchlichen Umfeld.

Hilfe-Inhalte: Diese Videos geben Antworten auf relevante Fragen, die immer wieder auftauchen. Beispiel: Wie flicke ich ein Fahrrad Schlauch? Wie funktioniert GPS?

Da Kirche kein materielles Gut anbietet, ist die Adaption von Hilfe-Inhalten keine ganz leichte Übung. In den Gemeinde Alltag übersetzt könnten die Fragen lauten: Warum feiern wir Weihnachten? Was sagt die Kirche zum Leben nach dem Tod? Warum sollte sich jungen Menschen konfirmieren lassen?

Hilfe-Inhalte sind Evergreens und gut für’s Gefundenwerden (SEO) zu bestimmten Themen.

(1): YouTube Creator Academy: https://youtu.be/HnfpXggW3rQ (englisch)
Quellennachweis: Pixabay