Vor einem Jahr habe ich einen Kommentar zum YouTube Testpiloten der EKD geschrieben, Zeit für eine Bilanz kurz vor dem Auslaufen der ersten Staffel Ende April.

Ich schreibe hier als selbsternannter YouTube-Experte und Möchtergern-YouTuber – Anzeige – 59 Abos nach 11 Jahren.

Worum geht es?

Den Volkskirchen laufen die Jugendlichen davon bzw. haben das schon getan. Von einer ersten „entkirchlichten jungen Generation“ spricht die EKD und bezieht sich dabei auf eigene Studien. Trotz unverändertem Interesse an Glaubens- und spirituellen Themen gehört die Institution Kirche nicht mehr zum relevant set bei Glaubensthemen, Annäherung findet im „privaten Raum“ statt, so heißt es. Dieses Gap gilt es zu schließen.

Im Brand Marketing würden wir sagen, es gibt ein Problem mit der „mental availability“ (=refers to the probability of a consumer noticing, recognizing, and thinking of your brand in a buying situation). Wenn es um Glaubensfragen geht – hier gleichgesetzt mit Kaufsituation – ist die Kirche nicht verfügbar bzw. nicht Teil des privaten Raums, sie findet dort mental nicht statt. Um das zu ändern muss die Kirche Aufmerksamkeit erregen. Und mehr noch, bei jungen Menschen ist sie gezwungen sich Reichweite einzukaufen, da es vermutlich wenige Role Models (engl.) innerhalb der evangelischen Welt gibt, die die Kirche wieder ins relevant set bringen könnten. Vor diesem Hintergrund ist Jana gecastet und engagiert worden.

Data beats opinion

Lassen wir Zahlen und Fakten sprechen, soweit vorhanden und als Sahnehäubchen spekuliere ich ein bisschen:

  • Abos (Fakten): Mediakraft / GEP haben 10.000 Abonnenten in 12 Monaten angestrebt und geliefert. In den letzten 30 Tagen wurden laut Socialblade über 1.500 Abos dazugewonnen. Auf Instagram folgen Jana aktuell 6.200 Menschen, die Überschneidung mit den aktuell 12.300 Abonnenten ist sicherlich erheblich (Mutmaßung von mir). 
  • Zielgruppe (Spekulation): Wenn 75% der Abonnenten (inkl. April) zwischen 14 und 29 Jahren sind wäre es eine Punktlandung von 10.000 Abos in dieser Zielgruppe – meine persönliche Einschätzung liegt zwischen 65 und 70% Zielgruppenmatch.
Quelle: http://www.socialblade.com
  • Views (Fakten): 584.970 Aufrufe bei 114 Uploads ergeben ca. 5.000 Views pro Video. Die 3 beliebtesten: 1. JANA kennenlernen – Was machen Glaube und Religion auf YouTube? (55.000), 2. DESHALB STUDIERE ICH NICHT THEOLOGIE | Q&A MEDIZINSTUDIUM | #5 | JANA, (20.000) 3. WORAN GLAUBST DU? | KAFFEEDATE MIT JANA | #2 (19.000).
  • Views (Fakten): Im März gab es das monatliche all-time-high mit über 120.000 Aufrufen.
  • Kosten / Social Impact (Spekulation): Bei im Netz gemutmaßten €250.000 und ca. 120 Videos insgesamt kostet eine Folge €2.000. Das ergibt folgende Social Impact Metriken gemessen am Kanalschnitt (Basisvideo für die Berechnung) von etwas über 5.000 views:

Was ich genau so gemacht hätte / gut gelaufen ist:

Die EKD hat erkannt, dass sie was tun muss. Da es wenig Fachwissen im Bereich Social Media gab hat die EKD das (oder die?) GEP beauftragt. Das GEP hat erkannt, das sie wenig Ahnung von YouTube hat, schon einmal gescheitert ist und entschieden, ExpertInnen (Mediakraft) ins Boot zu holen. Selbstkritisch zu sein ist in diesem Fall ein Ausdruck von Professionalität.

Mediakraft macht handwerklich gute Arbeit. Die Frequenz von 114 Videos in ca. 11 Monaten ist YouTube-Algorithmus freundlich. Kulturell relevante Themen wie Weihnachten (leider erst am 21.12. und damit ziemlich spät hochgeladen) oder der Weltfrauentag werden smart für die SEO (Search Engine Optimization) aufgegriffen, siehe JEDER HAT EINE (WEIHNACHTS)GESCHICHTE | KAFFEEDATE-SPEZIAL | #4 oder MÜSSEN SICH FRAUEN UNTERORDNEN? DISKUSSION MIT PFARRERIN HANNA | WIR ZUM WELTFRAUENTAG | #32.

Der Buzz um Janaglaubt war von Anfang an und ist immer noch groß, innerkirchlich als auch auch in der (säkularen) Presse. Das hat viel Aufmerksamkeit auf YouTube gelenkt und eventuell einige bei Kirchens motiviert, auf eigene Faust die Reise als Influencer anzutreten.

Jana hat 114 Videos neben ihrem Medizinstudium gedreht und zeigt keine Ermüdungserscheinungen – das ist eine respektable Leistung.

Was hätte ich anders gemacht / was kann verbessert werden?

  • Die GEP / AEJ / EKD haben durch fehlende Transparenz nach innen und eigene PR nach außen zu wenig Vertrauen und Identität für das Projekt Janaglaubt geschaffen. Oder habe ich was verpasst?
  • Jana ist zum Gesicht und zur Antwort der EKD hochstilisiert worden. Was wäre das für ein Armutszeugnis, dass eine Kirche mit 20 Millionen Mitgliedern nicht mehr in die Waagschale zu werfen hat als eine begabte Medizinstudentin mit frei-kirchlichen Wurzeln. Ich habe was verpasst, oder?
  • Entkirchlichte Jugendliche werden zu entkirchlichten Erwachsenen. Jetzt ist ein Jahr vergangen und demnächst läuft die ersten Staffel aus und vielleicht wird sogar die YouTube-Reset-Taste gedrückt. Die Ziele, den Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen sind mir nicht ambitioniert und nachhaltig genug. Was sind 13.000 Abos auf YouTube? Let’s face it: close to nothing. Der offzielle YouTube-Kanal von Ramstein hat einen Durchschnitt von 16.000 Abonnenten in den letzten 30-Tagen – pro Tag. Das ergibt 480.000 neue Abonnenten in den letzten vier Wochen – just saying (Quelle: www.socialblade.com).
  • Ich vermisse in der Debatte um Janaglaubt sowohl eine Risiko- als auch Vertrauenskultur. Ins Risiko geht man nur, wenn man das Vertrauen der KollegInnen hat. Das scheint bei Kirchens zweifelhaft, es gibt oft nur schwarz und weiß, viel innerkirchliche Politik und keine „auf dem Gedanken des anderen aufbauen“-Mentalität. Kein guter Nährboden für innovative Projekte. Innovation muss ab sofort von der lokalen Basis übernommen werden!

By the way: Wir Freikirchler nehmen Jana sicher gern als Botschafterin für den christlichen Glauben, falls sie sich entscheidet nicht mehr weiter zu machen oder die EKD / GEP – auch wenn sie meiner Meinung nach teilweise recht konservative Ansichten vertritt. But that’s just another opinion…

Fazit: Wenn die EKD nicht vollkommen den Anschluss an Jugendliche und junge Erwachsene verlieren will muss es weiter gehen. Auf YouTube oder Instagram, mit oder ohne Jana, das ist total nebensächlich. Es gibt inzwischen eine Playlist mit weiteren Optionen / Influencern. Wenn die Aufgabenstellung war 10.000 Abos zu machen und mit jungen Menschen über Glaubensthemen in Kontakt zu kommen – Haken dran. Wenn 3/4 der Abonnenten zwischen 14-29 Jahre alt sind soll Mediakraft dafür bezahlt werden, denn sie haben geliefert. Jetzt müssen die Ärmel hochgekrempelt werden und es muss in die Tiefe gehen: Wer sind die Abonnenten, worüber haben sie gepostet, was haben sie geliked? Digitale Kommunikation heißt auch mit Daten umgehen zu lernen.

Langfristig muss aus den gewonnen Daten, der gewonnenen Nähe zur Jugend eine kirchliche Präferenz, aus dem Follower ein/e Glaubende/r entstehen – oder wofür steht die EKD nochmal?

Warum nicht groß denken? Mit 10 Influencern in einem Jahr eine Million Abos / Follower anpeilen? Mit mehr Vielfalt und weniger Marketing. Das Gelernte nutzen und die nächste Stufe zünden.

Schaut Euch gerne mal die Angebote von Funk an: Klotzen nicht kleckern, wenn man relevant im Sinne von Jugendkultur bleiben möchte. Warum nicht ein joint venture mit den den Katholiken gründen, so wie es ARD und ZDF mit Funk vorgemacht haben.

Bild: http://www.funk.net / Gemeinschaftsangebot der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) und des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF)

Warum Funk mit 69 Kanälen auf YouTube präsent ist kann man unter anderem durch diesen Podcast zur Jugendkultur / Social Media in Deutschland besser verstehen.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur Podcasts: Always on! – Digitale Jugendkultur

Das Thema Weihnachten kommunikativ digital zu besetzen ist bisher v.a. eine Kompetenz von Elektronik-Händlern und Lebensmittel-Einzelhändlern gewesen. Siehe Blogpost zu Weihnachten 2017 von vor einem Jahr.

Mitte Dezember ist es dem Bistum Essen gelungen durch eine kreative Einladung zum Weihnachts-Gottesdienst weit über die Bistumsgrenzen hinaus Buzz zu kreieren.

Nicht nur die knapp 100.000 Views sind bemerkenswert (der geschätzte Durchschnitt liegt eher um die 400), sondern vor allem das große Presseecho darunter die Bild und Sat1 Fernsehen. Der YouTube-Kanal zeigt insgesamt, dass hier keine Anfänger am Werk sind: Preacher Slams, Sprachtipps, ein Pfingsten-Erklärvideo und Playmobil Stories machen Appetit darauf, die Gemeinde kennen zu lernen. Mir persönlich gefällt das Video zum Pfarreientwicklungsprozess auch sehr gut.

Was haben die pfiffigen Social Media Redakteure des Bistums richtig gemacht? Aus meiner Sicht 3 Dinge:

Keine Scheu Risiko einzugehen: Dieses Experiment hätte auch schief gehen können. Das Bistum war mutig und erntet viel Lob – auch von Atheisten (siehe Video-Kommentare). Die Kritiker finden sich eher unter den Gläubigen.

Achte auf das Timing: Das Video wurde etwa eine Woche vor Weihnachten hochgeladen. Für die Presse eine Meldung wert, vielleicht weil man vom Bistum Essen so gute Unterhaltung nicht erwartet hat. Die Wahrscheinlichkeit als Kirche Aufmerksamkeit zu bekommen ist an den großen, christlichen Feiertagen am höchsten.

Sei kreativ: Es wurde hier die sogenannte Mash-up Kreativitästechnik angewendet (wahrscheinlich unbewusst). Zwei Dinge oder Branchen werden gemixt und es kommt etwas Neues dabei heraus. Was Kreativität bewirken kann zeigt das Beispiel Bistum Essen sehr deutlich: Sichtbarkeit in einer mit Informationen überfluteten Welt.

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Quelle: IDEO, Mash-up Technik: Gottesdienst + Flugsicherheit = Weihnachts-Video

Bin gespannt, ob der ein oder andere Essener zwischen Playstation- und Edekawerbung die Einladung zum Weihnachtsgottesdienst gesehen hat und sogar annehmen wird.

Hier findet ihr den Pressetext des Bistums Essen.

If you prefer the German version click here.

In July I had the opportunity to meet Adrian Harris, the first Head of Digital of the Church of England (CofE). Adrian has been in charge of online activities since October 2016. His department now has six employees who produce content and campaigns, among other things. Impressive what the church posted in the social media in July alone, here is an excerpt of the (translated) headlines:

  • Nomination in four categories on the shortlist of the Digital Impact Award 2018
  • The Church of England Digital Lab is expanding
  • We are looking for a Digital Content Producer

Adrian brings not only a lot of experience, but also a lot of momentum into the role. He was previously responsible for digital communications at the Conservative Party and Tesco. I learn that the CofE has 16,500 churches across the country and is the national, established Church. If I have understood this correctly, the CofE is not financed from tax revenues, but from some historical assets and the money that congregation members give. The controversies and the loss of members on the island are comparable to the German challenges.

I address him to the dwindling trust among young people in the church institution in Germany (83 percent do not trust religious institutions „at all“ or „rather not „*). Adrian is shocked, the problem isn’t the same in England.

  • I am interested in what support the „national office“ offers to the 16,500 worshipping communities across the country? A lot, I see! This gives e.g.
  • a website for churches to add local events and services, with lots more functionality on the way (this site receives more than 13 million page views each year): https://www.achurchnearyou.com/
  • the search function is also available as an Alexa Skill, which has lots of other functionality
  • Resources for the biggest campaign of the year: #FollowTheStar is the motto for Christmas 2018 and planning is already underway
  • A national website (www.churchofengland.org) with lots of video and other resources to help bring people to faith and grow people’s faith. This receives more than 9 million page views per year.

bty

It’s 1 pm, Adrian and I go to the roof terrace to watch the Royal Air Force air show. He is an aircraft enthusiast and does not want to miss the 100 planes that fly over Buckingham Palace.

#RAF100

I ask Adrian if he can tell me more about Justin Welby, Archbishop of Canterbury. I’m interested in how he got his 125,000 Twitter followers!? The next day Welby will announce that he wants to grow 100 new churches. The 27 million £ program focuses on places of greatest need and uses new forms. The whole programm stands for renewal and growth.

We come to the Alpha Course. I learn from my research that HTB Church, to which Alpha founder Nicky Gumbel belongs, belongs to the Anglican Church. I am not only one of Nicky’s 18,000 Instagram followers, but also a huge fan of his work. I recommend Adrian watch one of his last video posts: Nicky filmed his wife at a lecture. The quality is miserable, but the emotion conveyed is simply wonderful. A smile is inevitable!

I am very impressed with the activities that I got to know on July 10th. The CofE seems so agile, forward in a positive sense not interlectual and focused on people and communicating with them.

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The CofE is very transparent with their activities. The further links are definitely worth reading:

*Jugendstudie „Generation What“

Hier geht’s zur englischen Version des Blog-Post.

Im Juli hatte ich die Gelegenheit Adrian Harris, den ersten Head of Digital der Church of England (CofE) zu treffen. Adrian leitet seit Oktober 2016 die Onlineaktivitäten. Inzwischen zählt seine Abteilung sechs MitarbeiterInnen, die unter anderem Content und Kampagnen produzieren. Beindruckend was die Kirche allein im Juli in den sozialen Medien gepostet hat, hier ein Auszug der (übersetzten) Überschriften:

  • Nominierung in vier Kategorien auf der Shortlist des Digital Impact Award 2018
  • Das Digitale Lab der Church of England vergrößert sich
  • Wir suchen einen Digitalen Content Producer

Adrian bringt nicht nur eine Menge Erfahrung, sondern auch eine Menge Schwung mit in die Rolle. Er war zuvor bei der Konservativen Partei und bei Tesco für Digitale Kommunikation zuständig. Ich erfahre, dass zur CofE 16.500 Ortsgmeinden gehören und sie die nationale, etablierte Kirche in England ist. Wenn ich das richtig verstanden haben finanziert sich die CofE nicht aus Steuereinnahmen, sondern durch Einnahmen aus ihrem hirstorischen (Immobilien-)Vermögen und den Spenden der Mitglieder. Die Kontroversen und der Mitgliederschwund sind auf der Insel vergleichbar mit den den deutschen Herausforderungen.

Ich spreche ihn auf das schwindende Vertrauen unter Jugendlichen in die Institution Kirche in Deutschland an (83 Prozent trauen religiösen Institutionen „überhaupt nicht“ bzw. „eher nicht“*). Adrian ist geschockt, das Problem gibt es in England in dieser Art nicht.

Mich interessiert, was das „National Office“ für die 16.500 gottesdienstlichen Gemeinschaften im ganzen Land an Unterstützung anbietet? Eine ganze Menge, wie ich feststelle! Da gibt z.B.

  • eine Website für Kirchen, um lokale Veranstaltungen und Dienste hinzuzufügen, mit vielen weiteren Funktionalitäten (diese Website erhält mehr als 13 Millionen Seitenaufrufe pro Jahr): https://www.achurchnearyou.com/
  • die Suchfunktion gibt es auch als einen Alexa Skill, der ebenfalls mit vielen weiteren Funktionen ausgestattet ist
  • Ressourcen für die größte Kampagne des Jahres: #FollowTheStar ist das Motto für Weihnachten 2018 und die Planungen laufen bereits.
  • Eine nationale Website (www.churchofengland.org) mit vielen Videos und anderen Ressourcen, um Menschen zum Glauben zu bringen und den Glauben der Menschen zu fördern. Diese erhält mehr als 9 Millionen Seitenaufrufe pro Jahr.

bty

 

Es ist 1 pm, Adrian und ich gehen auf die Dachterasse um die Flugshow der Royal Airforce anläßlich ihres 100-jährigen Bestehens anzuschauen. Adrian ist ein echter Flugzeug Enthusiast und scheint jedes Modell der Flugstaffeln, die heute über den Buckingham Palace fliegen, zu kennen.

#RAF100

 

Ich frage Adrian, ob er mir von Justin Welby, dem Erzbischbischof von Canterbury erzählen kann. Mich interessiert, wie dieser zu seinen 125.000 Twitter-Followern gekommen ist!? Am nächsten Tag wird Welby bekannt geben, 100 neue Gemeinden gründen zu wollen. Das 27 Millionen Pfund schwere Programm fokussiert sich auf „places of greatest need“ und nutzt neue Formen. Das ganze Programm steht für Erneuerung und Wachstum.

Wir kommen auf den Alpha-Kurs zu sprechen, durch den – so zumindest ist es auf Wikipedia zulesen – auch der Erzbischof zum Glauben fand. Ich habe herausgefunden, dass die HTB Church, zu der auch der Alpha-Gründer Nicky Gumbel gehört, zur anglikanischen Kirche gehört. Ich bin nicht nur einer der 18.000 Instagram-Follower von Nicky, sondern schon lange ein großer Fan seiner Arbeit. Ich empfehle Adrian, sich seinen letzten Video-Posts anzuschauen: Nicky hat seine Frau Pippa bei einem Vortrag gefilmt. Die Qualität des Beitrags ist miserabel, aber die transportierte Emotion ist einfach wunderbar. Ein Schmunzeln ist unvermeidbar!

Ich bin beeindruckt von dem kleinen Ausschnitt an Aktivitäten, die ich an diesem 10. Juli kennen lernen durfte. Die CofC wirkt auf mich auf den ersten Blick agil, vorwärtsgerichet, interlektuell geerdet und auf Menschen und Kommunikation mit denselben fokussiert.

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Die CofC ist zudem sehr transparent mit Ihren Aktivitären. Die weiterführenden Links lohnen sich unbedingt zum Lesen:

*Jugendstudie „Generation What“

 

 

Das Ganze vom Ende her betrachten

Was wollen Sie mit dem Projekt YouTube im Kern erreichen? Was soll in sechs oder zwölf Monaten anders bzw. besser sein als heute? Welche Antworten geben YouTube-Videos?

Diese Fragen helfen Ihnen, Ihre Bewegtbild-Strategie in bestehende Maßnahmen zu integrieren und Content zu produzieren, der Sinn macht und etwas bewegt. Dabei fangen Sie nicht bei Null an, denn es gibt bereits Inhalte und Kanäle, über die Informationen distribuiert werden (z.B. ein Gemeindebrief, Lokalzeitung, eine Website oder eine Facebook-Seite). Den bestehenden Content in Bewegtbild zu übersetzen ist keine leichte Aufgabe, denn nicht alles ist für YouTube auch geeignet.

Sehr hilfreich kann es sein, das strategische Anliegen in einem Satz zu formulieren. Das schafft Klarheit für alle Beteiligten, worum es gehen sollen. Idealerweise sollte die Formulierung ambitioniert sein, aber nicht unrealistisch. Dadurch erreichen Sie Motivation und Identifikation bei den Beteiligten.

Die Zielformulierung könnte z.B. so aussehen: “Unser YouTube-Kanal soll unsere Kirche erfahrbarer und persönlicher machen für Mitglieder und Interessierte. In 14-tägigen Rhythmus stellen wir aktuelle Themen der Gemeinde sowie Personen und Aktionen aus dem Gemeindealltag vor.”

Dieses einfache Beispiel enthält das Ziel, die Zielgruppe(n), die Frequenz und eine grobe Ausrichtung der Inhalte. Alles Dinge, die im Vorfeld eines Auftritts angesprochen werden sollten. Natürlich ist nichts in Stein gemeißelt, sobald Sie diese Dinge einmal festgelegt haben. Denn Sie werden im Laufe der Zeit die Erfahrung machen, welche Beiträge gut ankommen und welche nicht.

Aufmerksamkeit schaffen

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Nutzer besuchen YouTube, um sich zu unterhalten, zu informieren oder inspirieren zu lassen. Nicht jede Disziplin ist auch für kirchliche Präsenzen geeignet. Schauen wir uns die drei Nutzung Anlässe im Detail an:

  1. Inspirieren

Im Kern geht es um die Kreation von spannenden Geschichten rund um die Marke, Produkte oder Dienstleistungen der Firma. Kurz gesagt sprechen wir von Storytelling.

  1. Bilden

Nützliche Informationen bieten der Zielgruppe einen echten Mehrwert.

  1. Unterhalten

Der Content soll die Zielgruppe amüsieren und vielleicht mit möglichst spektakulären Sequenzen auch überraschen. Ein hohes Engagement soll erzeugt werden.

Für Kirchens sind die ersten beiden Punkte am relevantesten. Storytelling bzw. Geschichten erzählen ist eine der Kernkompetenzen von Mitarbeitern einer Kirchengemeinde, richtig? Der zweite Punkt beantwortet Fragen, die oft ungefragt im Raum stehen wie z.B. “Warum taufen wir? oder “Was ist der Sinn der Konfirmation?”.

Einen Plan machen

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Es steht außer Frage, dass ein Zeit- oder Redaktionsplan enorm hilfreich ist. Alle erfolgreichen YouTuber nutzen dieses Tool. Der Inhalteplan wird um drei Säulen herum organisiert: Hero, Hub und Hilfe (1).

Hero-Inhalte: In der Autoindustrie wäre das die Markteinführung eines neuen Modells. Im christlichen Kontext sind das die großen Feiertage wie Weihnachten und Ostern. Dazu können weitere Termine kommen wie Gemeindefeste, Konfirmationen oder Konzerte.

Hub-Inhalte: Sind die regelmäßig geplanten Inhalte, die die Interessen der Zuschauer bedient und neue Perspektiven zu vermittelt. Bei einer bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft wäre eine Serie von Interviews mit Nationalspielern im Vorfeld des Events ein Beispiel für eine spannendes Fan-Format.

Hub-Inhalte erscheinen als bei Unternehmen als Staffel das Jahr hindurch. Im kirchlichen Umfeld.

Hilfe-Inhalte: Diese Videos geben Antworten auf relevante Fragen, die immer wieder auftauchen. Beispiel: Wie flicke ich ein Fahrrad Schlauch? Wie funktioniert GPS?

Da Kirche kein materielles Gut anbietet, ist die Adaption von Hilfe-Inhalten keine ganz leichte Übung. In den Gemeinde Alltag übersetzt könnten die Fragen lauten: Warum feiern wir Weihnachten? Was sagt die Kirche zum Leben nach dem Tod? Warum sollte sich jungen Menschen konfirmieren lassen?

Hilfe-Inhalte sind Evergreens und gut für’s Gefundenwerden (SEO) zu bestimmten Themen.

(1): YouTube Creator Academy: https://youtu.be/HnfpXggW3rQ (englisch)
Quellennachweis: Pixabay

In den nächsten Wochen werde ich einzelne Kapitel aus meinem Ebook „YouTube für Kirchens – eine Anleitung für Gemeinden, die mit Storytelling Beziehungen bauen wollen“, veröffentlichen.  Im folgenden fünf einleitende Argumente, warum die Verbreitung von Inhalten über Video- und soziale Plattformen (mit YouTube als Beispiel) Sinn macht:

  1. Wir haben die Gute Botschaft, vielleicht die Beste
  2. Die großen Social Networks (EKD & Kath. Kirche) agieren im Verborgenen
  3. YouTube baut beständige Beziehungen auf
  4. Jeder kann etwas beitragen
  5. YouTube for Non-Profits

Die Gute Botschaft, vielleicht die Beste

Wenn wir selbst daran glauben, dass das Neue Testament die Gute Botschaft Gottes an uns Menschen ist, macht es keinen Sinn, damit hinter dem Berg zu halten. Ich denke da sehr pragmatisch. Ein Beispiel: Man muß nicht 100% mit den Inhalten der Bild-am-Sonntag übereinstimmen, um eine wöchentliche Kolumne über den Glauben zu veröffentlichen. Immerhin haben zehn Millionen Menschen die Chance, den Artikel zu lesen und sich mit christlichen Geschichten und Werten zu beschäftigen. Ich begreife das Engagement als Chance und nicht als fragwürdige Beteiligung an einer umstrittenen Wochenendzeitung. Daher sollte gelten, dass im Zweifel die Gute Botschaft auch in manchmal nicht so guten Umfeldern erscheinen darf und soll – das kann ja durchaus auch für einen guten Kontrast und Abwechselung sorgen.

Darüber hinaus ist die Gute Botschaft potentiell für jeden relevant in dem Sinne, es gibt keine Kernzielgruppe auf die sich kirchliche Kommunikation konzentrieren sollte. Massenmedien qualifizieren sich daher besonders für die Verbreitung. Viel Reichweite bedeutet viel Einfluß – und schon landen wir wieder bei digitalen Medien. Aber auch Bild-am-Sonntag und Fernsehen sind und bleiben attraktive Partner, wenn man relevant bleiben will.

Die großen Social Networks fliegen unter dem Radar

„Funktioniert Christentum im Internet also einfach nicht?“ fragt das Magazin Vice Ende April 2018, nachdem sie sich die Follower der EKD auf Facebook, Instagram und YouTube angeschaut haben. Das stimmt für die Volkskirchen, aber nicht für das Christentum per se: Die Hillsong Church Germany, eine aus Australien stammende Freikirche und mit drei (!) Gemeinden in Deutschland ein Nobody (aber eine wachsender) bringt es auf 1/3 mehr (nämlich 24.000) Follower als das EKD-Angebot. Und wer kleiner ist als Nobody  hat ein Problem, erreicht seine 22 Millionen Mitglieder zumindest über Facebook unverhältnismäßig wenig.

Wie auch immer, jedenfalls haben beide Volkskirchen riesiges Potential als Netzwerk oder Marke erreichbar zu sein. Aber es fehlt die „One-EKD“-Plattform, die Leuchturm-Love-Brand, die Affinität der Evangelischen, die Relevanz der Inhalte oder die Kommunikationsstrategie. Wahrscheinlich ist es ein Mix aus all dem!? Wer aber im Digitalen nicht, dezentral oder leidenschaftslos kommuniziert hinterlässt auch eine Botschaft (!) und zusätzlich viel Raum für die mitstreitenden Anbieter für spirituelles und soziales Leben.

YouTube schafft beständige Beziehungen

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Wenn Sie etwas mitzuteilen haben oder auf dem Herzen haben ist Bewegtbild aus vielen Gründen jeder anderen einseitigen Kommunikationsform (im Sinne one-to-many) überlegen. Schnelligkeit der Aufnahme beim Empfänger, Emotionalität und Einfluss sind nur einige schlagkräftige Argumente, die nicht nur Marken zum Beispiel in Form von 30-sekündigen Werbespots für sich nutzen. Oder schauen wir auf die Mediennutzung, deren Königsdisziplin seit mehr als vier Jahrzehnten das Fernsehen ist – mit beeindruckenden drei Stunden und 41 Minuten Sehdauer täglich in 2017. In Ostdeutschland liegt täglich Sedauer bei über sechs Stunden bei den über 65-Jährigen – what?!

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Morgan Stanley schätzt den Wert von YouTube auf 160 Milliarden Dollar ein. Das liegt über der Schätzung von Disney. Bewegtbild fasziniert uns scheinbar fast alle, richtig? Eine mögliche Erklärung ist diese: Menschen hören, sehen und erzählen gerne Geschichten. Wo nun kann der Wert von YouTube für die Kirche bestehenden? Eine hervorragende Möglichkeit ist aus meiner Sicht, dass auch bei Kirchens Geschichten erzählt und durch ihre Menschen menschlich wrid. YouTube kann eine anonyme Anlaufstelle (z.B. für Suchtkranke, Suizidgefährdete), ein digitaler Katechismus oder virtueller Schaukasten sein, je nachdem wie man es nutzen möchte. Aber es sollte vor allem ein Ort sein, an dem man normalen Menschen und ihren alltäglichen und nicht-alltäglichen, inspirierenden Geschichten begegnet.

Lies dazu auch meinen Artikel „Franziskus & Bibi – was man von diesen Influencern lernen kann: #DigitaleKirchekonkret“.

Mobile Video explodiert

Alles spricht für einen beispiellosen Siegeszug dieser Disziplin: Internet-, Wlan und vor allem die Durchdringung unserer Gesellschaft durch mobile Endgeräte. 2020 soll der 5G-Standard eingeführt werden, was die ohnehin nicht schlechten Übertragungszeiten nochmal deutlich verkürzen sollte. Wir stehen noch ganz am Anfang vom Konsum von mobilen Videos, wenn man dieser globalen Hochrechnung von Cisco Glauben schenkt.

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Deutschland hängt ja bekanntermaßen im Breitbandbereich und generell im Digitalen hinterher, daher sind eventuell noch größere Wachstumsraten für Mobile Video denkbar.

Jeder kann etwas beitragen

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Über 400 Stunden Inhalte werden pro Minute auf YouTube hochgeladen. Das kann also nicht so schwer sein, oder? Ein Handy, Internet und eine Person, die filmt – so haben viele YouTuber Karrieren begonnen. Damit sind wir alle zu potentiellen Fernsehmachern geworden und Bewegtbild ist demokratischer geworden.

Es gibt wirklich zu so fast allen Themen einen Überfluss an Videos, z.B. für Handwerker Besprechungen von Werkzeugkästen. Oder für Schüler: „Mathe by Daniel Jung„, ein Kanal mit über 2.200 Mathe-Tutorials und -skripten. Herr Jung unterrichtet nach eigenen Angaben jeden Monat über eine Million SchülerInnen und StudentInnen. Wenn schon eine Mathe-Community über 400.000 Abonnenten hervorbringt, dann sollten wir Christen uns nicht mit weniger zufrieden geben. Wer glaubt, dass Mathe ein Nischenthema ist sollte den Kanal TheSimpleMath besuchen, der bringt es auf knapp 700.000 Abonnenten.

Ist christlicher Glaube und Kirche ein Nischenthema geworden? Analog zu Facebook sprechen die YouTube-Zahlen eine eindeutige Sprache. Wir haben es aber selbst in der Hand. Lasst uns mutig und kreativ sein – wir haben viel zu sagen und zu geben. Oder hat der kircheninterne „hate speech“ gegen Whatsapp und Facebook die eigenen Mitglieder so sehr eingeschüchtert, dass die Freiheit einfach nicht da ist, bei einem global Player Videos hochzuladen?

Jeder von uns kann einen Unterschied machen. Und denkt bitte daran:

It’s More Important to Start, Than to Succeed

In den nächsten Kapiteln werde ich darauf eingehen, wie man mit einem eigenen YouTube-Kanal starten kann. Grundlage für sehr viele Kanäle ist Leidenschaft – siehe Mathe by Daniel Jung. Ein potentieller Lehrer, der sein Examen nicht geschafft hat brennt weiter für das Fach und findet seinen ganz eigenen Weg.

Was ist deine Leidenschaft? Wofür brennst Du? Die Antwort ist ein guter Punkt um zu starten.

YouTube for Non-Profits

„Über YouTube für Non-Profits erhalten gemeinnützige Organisationen Zugang zu exklusiven YouTube-Funktionen für die Interaktion mit Helfern, Freiwilligen und Spendern.“

So heißt es bei Google auf entsprechenden Hilfe-Seite. Wie kann nun die Kirche von diesem Programm profitieren?

  1. Finanziell können registrierte gemeinnützige Organisation am AdGrants Programm teilnehmen.  Dahinter verbirgt sich kostenlose Werbung über AdWords, der Online-Werbelösung von Google, im Wert von bis zu 10.000 $ USD pro Monat. YouTube Werbung wird zum grössten Teil über AdWords ausgespielt. Sie erhalten also faktisch Zugang zu YouTube-Werbung.
  2. Ressourcen: Man kann sich für einen Termin im YouTube Space, Berlin bewerben. Das ist eine Art Filmstudio, wo Kurse für YouTuber angeboten werden und solche, die es werden wollen. Es gibt auch Hard- und Software sowie wechselnde Kulissen, die vor Ort zum Drehen und Schneiden genutzt werden können. Kernzielgruppe sind Creator, die mit YouTube auch beruflich durchstarten wollen, oft sind 10.000 Abonnenten die Untergrenze. Als Non-Profit hat man bessere Chancen, auch ohne die Standard-Voraussetzungen zu partizipieren.

Die Bedingungen für AdGrants wurden Anfang 2018 geändert. Die neuen Richtlinien zielen in Richtung höhere Relevanz bei Suchwortanzeigen. Details finden Sie in dem folgenden Artikel des Fundraiser-Magazins oder der Google-Hilfe.

PS: Ich schreibe hier als Privatperson, bin aber seit mehr als vier Jahren bei Google beschäftigt. Alle Informationen sind öffentlich zugänglich. Meine Meinung spiegelt nicht notwendigerweise die meines Arbeitgebers wider.

Quellennachweis: Pixabay

 

Diese Woche hat die EKD über das Gemeinschaftswesen der Evangelischen Publizistik (GEP) und die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend (AEJ) bekannt gegeben einen YouTube-Kanal aufzubauen. Als Creator wurde die Medizinstudentin und Poetry-Slammerin Jana Highholder gewonnen. Als weiterer Partner ist das Multi-Channel-Netzwerk Mediakraft an Bord geholt worden.

Die Akteure

GEP: Die Unsicherheit schwingt schon zwischen den Zeilen mit, Jörg Bollmann klingt zugleich verhalten und entschlossen:

„Glaube und Youtube, evangelisch und soziale Medien, Religion und Video: Geht das zusammen?“, fragt GEP-Direktor Jörg Bollmann und gibt die Antwort selbst: „Wir wissen es nicht wirklich und noch nicht, wir hoffen es aber! Sicher ist, es gibt auf Youtube viel zu wenig davon. Das wollen wir ändern.“

Für die GEP bedeutet dieser mutige Schritt ein Verlassen der Komfortzone. Sie betritt das Haifischbecken der globalen Plattformen YouTube, Facebook inklusive Instagram mit dem Ziel junge Menschen zu erreichen. Ein überfälliger Schritt!

AEJ: Die aej ist die Dachorganisation der Evangelischen Jugend und steht nach eigenen Angaben für mehr als eine Million junger Menschen. AEJ-Generalsekretär Mike Corsa liegt meiner Meinung nach richtig, wenn er feststellt, dass Sinnfragen auf YouTube bisher kaum gestellt werden.

„Das wollen wir mit dem neuen Youtube-Kanal ändern, um im Alltag junger Menschen mit unseren Antworten auf ihre Sinnfragen präsenter zu werden.“

Die Kombination aus einem Publizistik- und Jugendverband klingt zunächst sinnvoll, kann aber auch zu zusätzlicher Komplexität beitragen. Aber das dürfte innerhalb der EKD eine bekannte und machbare Herausforderung sein. Als dritte Partei haben sich die beiden einen YouTube bzw. Social Media Influencer Experten ins Boot geholt.

Mediakraft: Multichannel Netztwerke (MCNs) betreuen und vermarkten Social Influencer, sie bilden sie aus und vernetzen sie untereinander. Das Geschäftsmodell hat sich in den letzten Jahren (gezwungenermaßen) immer wieder verändert. MCNs sind kommerzielle Unternehmen, die ihr Geld im wesentlichen mit der Vermittlung bezahlter Werbung und Product Placements verdienen. Weitere Einnahmequellen sind Digitalkonzepte und -produktionen. Mediakraft hat insbesondere 2015 viele große YouTuber verloren und gehört sein 2017 zu gamigo, einem deutschen Publisher für Browserspiele.

MCNs sind mit dem Aufkommen der großen YouTuber immer wieder in die Kritik geraten, weil sie Influencer wie Littfaßsäulen an die großen Werbetreibenden vermarktet haben. Viele Creator haben darauf allergisch reagiert, da sie ihren Content aus Leiderschaft und nicht aus kommerziellen Gründen hochladen. Sie verstehen sich als Künstler, Redakteure und Kreative – das passte oft nicht zum Vermarktungsansatz der MCNs. Alle Beteiligten haben inzwischen dazu gelernt. Heute steht Mediakraft für Branded Channels, das sind Auftritte von Marken und Organisationen in den sozialen Medien, die  – grob gesagt – zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt liegen. Der wahrscheinlich bekannteste ist Branded Channel auf YouTube ist Coke.TV. Sehr erfolgreich ist auch der Kanal der Bundeswehr.

Jana Highholder: Die erst Anfang 20-jährige Medizinstudentin ist ein Multitalent. Neben ihrem Studium ist sie auf Poetry Slam Tournee und promotet ihr eigenes Hörbuch „Ebbe und Flut“. Sie hat einen eigenen YouTube-Kanal auf dem ihre sechs Videos auf ca. 100.000 Views kommen.

Christlicher Poetry Slam ist neben der Musik ein Bereich, der gut funktioniert. Der größte deutsche Kanal hat über  7.700 Abonnenten und nennt sich Redeemed.

Jana ist auch auf Facebook und Instagram gut unterwegs, hat sogar ihren eigenen kleinen Shop auf ihrer Website.

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Fazit: Die EKD packt’s an, das gefällt mir. Ein Synodenbeschluß ist nichts wert, wenn man nichts umsetzt. Oder eine Idee nur ein Prozent der Umsetzung.

Der Kanal ist zwar kein organisches Gewächs, sondern hat eher etwas von einer Kampagne, aber wichtig und richtig ist irgendwo zu starten. Ich gehe davon aus, dass aus diesem Projekt jede Menge Learnings gezogen werden, die für die weiteren digitalen Aktivitäten der EKD enorm hilfreich sein werden.

Das Potential ist groß mit der EKD-Maschinerie im Hintergrund. Und ich halte Jana für eine medientaugliche Botschafterin, die etwas zu sagen hat. Viel Erfolg!

 

Ich bin ja in den letzten 3-4 Jahren großer YouTube-Fan geworden. Vor allem habe ich Abos rund um das Thema Reisen, aber auch Comedy-Videos von Thorsten Sträter & Co. schaue ich nicht gerade selten. Mich hat mal interessiert, was die fromme Musikszene so in diesem Jahr hochgeladen hat. Diese Playlist zeigt Euch die besten Songs des Jahres 2017 – soweit ich sie aufspüren konnte.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So bin ich vorgegangen: Es wird allein die Anzahl der Views im Kalenderjahr 2017 zu Grunde gelegt. Nicht berücksichtigt habe ich Songs mit Lyrics, also Lieder, die nur mit Text unterlegt wurde. Ab wann ein Songtext christlich ist, habe ich willkürlich und nach bestem Gewissen festgelegt – Weihnachtslieder von säkularen Künstler z.B. habe ich ausgeschlossen.

Ich würde mich freuen, wenn ich viele beliebte Songs vergessen habe und ihr mir einen Hinweis gebt, welche noch aufgenommen werden sollten. Bitte Mail an: digitalmissionblog@gmail.com. Es ist schon auffällig, dass die Top Songs von einer überschaubaren Gruppe gestellt werden, allen voran die Band Koenige & Priester, die ohne Frage ein gutes Jahr hatten. Zuletzt habe ich sie im ZDF-Fersehgarten auftreten sehen!

Platz 10: Kanal Gebetshaus, 45.990 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 9: Kanal Gebetshaus, 55.051 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 8: Kanal Koenige und Priester, 57.403 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 7: Kanal Koenige und Priester, 74.164 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 6: Kanal Gerth Medien, 75.262 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 5: Kanal Glaubenszentrum, 83.007 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 4: Kanal Alive Worship, 87.840 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 3: Kanal thesolidbase, 98.978 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 2: Kanal DiePriesterVEVO, 178.394 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)

Platz 1: Kanal Urban Life Church, 370.027 Aufrufe (Stand: 31.12.2017)